Warum lässt du mich Unheil schauen und muss ich Elend erblicken?” – Habakuk 1,3a

Mit diesen – zur Coronavirus-Krise passenden Worten – beginnt der Prophet Habakuk aus dem Alten Testament. Zum Jahresbeginn 2020 hatten wir im Rahmen des Mittwochabendgottesdienstes eine kurze Predigtserie (nur 4 Predigten) durch den zu den ‘kleinen Propheten’ zählenden Habakuk. Der Untertitel der Serie lautete: »Gott vertrauen lernen«. Genau das brauchen wir in dieser weltweit außergewöhnlichen Situation: Gottvertrauen.

Am Mittwoch, den 18. März 2020, wandte sich unsere Bundeskanzlerin, Angela Merkel, in einer Rede an die gesamte Nation und sagte:

Es ist ernst. Seit der Deutschen Einheit, nein, seit dem Zweiten Weltkrieg gab es keine Herausforderung an unser Land mehr, bei der es so sehr auf unser gemeinsames solidarisches Handeln ankommt.

Wir erleben gerade in Echtzeit wie sich weltweit ein neuartiges Coronavirus, genannt SARS-CoV-2, ausbreitet. Es ist inzwischen eine Pandemie. Die halbe Welt hat Ausgangssperren verhangen. Die Welt steht still. Wenn wir auf die Straße gehen, fühlt es sich an wie der Anfang von einem Endzeitfilm. Die Straßen sind weitestgehend leer. Geschäfte sind geschlossen. Es ist so still wie lange nicht mehr.

Welche ungeahnten wirtschaftlichen Ausmaße und Konsequenzen auf uns zukommen werden, können wir derzeit nur erahnen. Wie viele Menschen an dem neuartigen Virus sterben werden, ebenso. Nach der Johns Hopkins University & Medicine sind, Stand 27.03.2020, bereits mehr als 24.000 Menschen weltweit an der Viruserkrankung COVID-19 gestorben. Dabei trifft es vor allem alte und kranke Menschen. Menschen – die gerade nach christlichem Werteverständnis – unseren besonderen Schutz und unsere Hilfe brauchen.

Wir alle stellen uns die Frage: Wie wird es weitergehen? Und warum erleben genau wir diese Zeit? Wie geht es beruflich weiter? Warum lässt du uns Unheil schauen und Elend erblicken? Warum Gott?!

Aber im Zentrum von Habakuks Botschaft steht Gottes Zusage: “Der Gerechte aber wird infolge seines Glaubens Leben haben.”  – Habakuk 2,4b

Ja, in dieser Welt haben wir Bedrängnisse (Ängste, Kriege, Verfolgungen, Seuchen), aber unser Glaube überwindet diese Welt, weil Jesus diese Welt überwunden hat (Joh 16,33; 1Joh 5,4). Inmitten von Unheil ist uns verheißen, dass wir in Jesus das Leben haben werden! Egal was kommen wird… Gott verheißt Habakuk nicht, dass alles ‘easy’ werden wird und dennoch endet das Buch folgendermaßen:

[…] Ich werde ruhen am Tag der Drangsal. […] Denn wenn auch der Feigenbaum nicht zur Blüte kommt und die Reben keinen Ertrag geben, die Frucht des Ölbaums trügt und die Felder keine Nahrung liefern, das Kleinvieh aus den Hürden verschwunden ist und keine Rinder mehr in den Ställen stehen, so will ich dennoch frohlocken im HERRN, will jubeln im Gott meines Heils! Gott, der HERR, ist meine Kraft: Er macht meine Füße [schnell] wie die der Hirsche und lässt mich einherschreiten auf meinen Höhen. […]”  – Habakuk 2,4b

Ob es uns gefällt oder nicht, die meisten von uns erleben jetzt eine Zeit, in der unser Glaube auf die Probe gestellt wird. Können wir Gott so vertrauen wie Habakuk es tat? Habakuk klammert sich – trotz der schlimmen Umstände, die kommen würden – an Gott. Er schaut nicht auf die Umstände, sondern auf seinen Herrn und Heiland! Seine Freude und sein Halt sind in Gott.

Ich bin fest davon überzeugt, dass Jesus möchte, dass du ihm in dieser schwierigen Zeit vertraust und du deine Freude, deinen Frieden, deinen Halt und deine Kraft in ihm allein findest! Er wird uns alles geben, um durch diese Krise zu gehen (Hab 3,19), auch wenn die Zukunft ungewiss ist.

Vielleicht ist das die Zeit für einige von uns um umzukehren und unseren Halt wieder neu im Evangelium zu finden. Vielleicht ist genau das die Zeit für einige von unseren Freunden, Nachbarn und Verwandten, um umzukehren und zum aller ersten Mal ihren Halt im Evangelium von Jesus Christus zu finden. Vielleicht ist genau jetzt die Zeit für Reformation von Kirchen und Christen zu beten! Vielleicht ist genau jetzt die Zeit für Erweckung zu beten!

Mit euch in Christus verbunden,

Alexander Gasnik für die Leitung der CCF

 

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